Mondseeferien: Wo Herzlichkeit auf gelebte Nachhaltigkeit trifft
Ein Porträt über Erwin Weber: Allrounder, leidenschaftlicher Gastgeber und Pionier der energetischen Autarkie am Mondsee.
Ich habe das Interview mit Erwin Weber geführt und schnell gemerkt: Hier spricht jemand, der Dinge anpackt. Der gelernte Elektrotechniker, der sich selbst als „Allrounder“ bezeichnet, hat nach seinem Berufsleben in der Industrie seine Berufung als Gastgeber gefunden. Gemeinsam mit seiner Frau führt er ein Anwesen in einer der schönsten Tourismusregionen Österreichs – mit einem Blick, der Gäste wortwörtlich zu Tränen rührt.
Vom Techniker zum Gastgeber mit Herz
Die Vermietung liegt der Familie im Blut; das Anwesen war schon immer ein Vermietungsobjekt. Nach einer kurzen Pause haben die Webers den Betrieb wieder aufleben lassen. „In unserem Gästehaus, in dem wir auch selbst wohnen, bieten wir vier Apartments zwischen 50 und 60 Quadratmetern an“, erklärt Erwin. Bis zu 20 Personen finden hier Platz.
Für Erwin ist die Vermietung die perfekte Ergänzung zu seinem technischen Hintergrund: „Die soziale Kompetenz war schon in meinem Berufsleben wichtig. Das spielt mir jetzt im Umgang mit den Gästen entgegen.“
Ein Haus mit Seele und Geschichte
Die Vermietung bei Mondseeferien ist kein anonymes Geschäft. Es ist ein Lebensprojekt. „Dieses Anwesen war für meine Frau schon immer ein Vermietungsobjekt“, erzählt Erwin. Nach seiner Karriere in der Elektrotechnik-Industrie nutzt er nun seine Pension, um das Haus mit neuer Energie zu füllen.
Es ist ein großes, belebtes Haus. Die Familie Weber bewohnt selbst zwei Wohnungen, vier weitere sind für Gäste reserviert. Das schafft eine besondere Atmosphäre: Man ist nicht in einem sterilen Hotel, sondern zu Gast bei Menschen, die ihren Ort lieben. Diese soziale Kompetenz, die Erwin aus seinem Berufsleben mitgebracht hat, spürt man in jedem Gespräch.
Der Moment, in dem die Zeit stillsteht
Warum kommen die Menschen zu Mondseeferien? „Es sind eigentlich zwei Gründe“, sagt Erwin Weber stolz. „Die enorme Vielfalt der Gegend mit See und Bergen direkt vor der Tür – und dieser absolut einzigartige Ausblick.“
Das Herzstück des Anwesens ist zweifellos die Kombination aus Garten und Balkon, die diese Kontraste erlebbar macht. Erwin erinnert sich dabei an einen besonderen Moment mit einer Gästin aus England, die ein solches Panorama offenbar noch nie erlebt hatte: „Sie stand am Balkon, hat die Weite des Sees und die Berge auf sich wirken lassen und angesichts der Schönheit der vorbeiziehenden Schiffe einfach angefangen zu weinen, weil es so überwältigend war.“
Es ist genau diese Mischung, die den Alltag sofort vergessen lässt: Während die Kinder im Gartenparadies mit eigenem Spielplatz versorgt sind, lassen die Eltern am Holzkohlengrill den Abend mit Blick auf das Wasser ausklingen. Und wer die Erfrischung sucht, erreicht den privaten Badeplatz in nur einer Minute – ein Erlebnis, das die Ruhe und Freiheit am Mondsee perfekt abrundet.
Nachhaltigkeit aus Überzeugung, nicht als Marketing
Für Erwin und Maria Weber ist Nachhaltigkeit kein glänzendes Zertifikat an der Wand, sondern eine logische Konsequenz seines technischen Verstandes. Sie denken in Kreisläufen. Wenn Holz im Wald verfault, setzt es genauso viel CO2 frei, wie wenn er es in seiner modernen Stückgutheizung verbrennt, um seine Gäste zu wärmen. „Das ist ein natürlicher Kreislauf“, erklärt Erwin Weber mit der Ruhe eines Fachmanns.
Diese Bodenständigkeit zeigt sich auch nach der Abreise der Gäste: „Wenn im Kühlschrank ungeöffnete Lebensmittel stehen bleiben, werfen wir sie nicht weg. Die nutzen wir privat. Das ist wie frisch aus dem Laden.“ Es ist dieser respektvolle Umgang mit Ressourcen, der das Haus auszeichnet.
Technik, die dem Menschen dient
Trotz aller Naturverbundenheit steckt das Haus voller cleverer Lösungen. Er hat das System so optimiert, dass es sich in der Hälfte der Zeit amortisiert – weil er sich tief in die Materie eingearbeitet hat.
Das Ergebnis ist beeindruckend: Über 10.000 kg CO₂ spart das Anwesen jährlich ein. Erwin Weber verfolgt dabei einen klaren Plan in den Bereichen Elektrizität, Wärme und Mobilität:
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Photovoltaik & Speicher: Erwin hat die PV-Anlage permanent ausgebaut und mit einer Batterie ergänzt. Er wollte sich nicht auf den „Strommix“ aus der Steckdose verlassen, sondern die grüne Energie selbst produzieren.
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CO₂-neutrale Holzheizung: Der alte Ölkessel flog raus. Heute wird mit einer Stückgutheizung (Holz) in Kombination mit einer thermischen Solaranlage geheizt. „Das Verbrennen von Holz setzt nur so viel CO₂ frei, wie der Baum beim Wachsen aufgenommen hat oder beim Verfaulen im Wald abgeben würde“, erklärt der Technik-Experte.
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E-Mobilität: Ein Elektroauto, gespeist durch die eigene Sonnenenergie, deckt den Bereich Mobilität ab.
Nachhaltigkeit ist kein Modewort, sondern eine tägliche Aufgabe. Als Mitglied im Klimabündnis Österreich wird der Gastgeberbetrieb regelmäßig evaluiert.
Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft. In Österreich verbindet es über 1.700 Betriebe, Gemeinden und Schulen mit indigenen Völkern in Südamerika. Das Ziel ist klar: Treibhausgas-Emissionen senken und den Regenwald schützen.
„Das Klimabündnis unterstützt uns individuell. Sie sehen die Potenziale, die wir mit wenig Aufwand ausschöpfen können – von der Mülltrennung bis hin zu Infrarotmessungen für die Gebäudesanierung.“
Der Weg zum Klimabündnis-Betrieb
Die Familie Weber hat diesen Prozess durchlaufen, der auf Transparenz und kontinuierlicher Verbesserung basiert:
1. Der KlimaCheck: Experten des Klimabündnisses kommen direkt vor Ort. Sie analysieren alles – vom Energieeinsatz (Strom, Wärme) über die Mobilität bis hin zur Abfallwirtschaft und Beschaffung.
2. Maßnahmenplan: Gemeinsam werden Ziele definiert. Bei den Webers waren das konkrete Tipps wie die bessere Beschilderung zur Mülltrennung oder die Sensibilisierung der Gäste.
3. Laufende Evaluierung: Man wird nicht einmal Mitglied und ist dann „fertig“. Nach ca. vier Jahren findet eine Evaluierung statt. Dabei wird geprüft: Was wurde umgesetzt? Wo gibt es neue Potenziale?
Warum Betriebe wie Mondseeferien mitmachen
Erwin Weber erklärt den größten Vorteil, die externe Fachexpertise. Oft wird man „betriebsblind“; der Blick von außen zeigt sofort, wo Energie ungenutzt verpufft oder Prozesse optimiert werden können. Zudem ist es ein Nullsummenspiel: Der Mitgliedsbeitrag wird in vielen Bundesländern (wie in Oberösterreich) refundiert oder durch Förderungen gestützt, während die Einsparungen bei Energie und Ressourcen die Betriebskosten dauerhaft senken.
Erwins Tipps für andere Vermieter: „Einfach mal machen“ Nachhaltigkeit muss nicht immer teuer sein. Erwin rät zu Pragmatismus:
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Komponenten selbst beschaffen: Bei seiner PV-Anlage konnte er die Kosten massiv senken, indem er Komponenten im Internet verglich und Eigenleistung beim Aufbau einbrachte. „So sank der ROI (Return on Investment) von zehn auf fünf Jahre.“
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Die „Psychologie der Mülltonne“: Unter der Spüle muss es für den Gast „blinken“. Klare Beschriftungen und vorsortierte Behälter in den Wohnungen machen die Mülltrennung zum Kinderspiel.
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Kleine Technik-Hacks: In Fluren oder Bädern, in denen Gäste oft das Licht brennen lassen, helfen Stromstoßschalter oder Bewegungsmelder. Kostenpunkt: ca. 20 Euro im Baumarkt.
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Wartung spart Energie: „Regelmäßiges Entkalken von Wasserkochern und Kaffeemaschinen erhöht den Wirkungsgrad dramatisch.“
Aktivitäten am Mondsee: Erlebnisse für Familien und Aktivurlauber
Wer bei der Familie Weber urlaubt, findet sich in einem „breiten Begegnungsverhältnis“ mit der Natur wieder. Die Lage von Mondseeferien ist so gewählt, dass Gäste das Auto oft stehen lassen können.
Nur eine Minute von den Apartments entfernt liegt der private Badeplatz. Für die Gäste ist das der ultimative Luxus: Ein kurzer Spaziergang, und man springt in das klare Wasser des Mondsees. Wer es lieber gemütlich mag, beobachtet vom eigenen Balkon aus das Treiben auf dem Wasser. „Die Schiffe fahren vorbei, man sieht die Berge – das ist Entspannung pur“, schwärmt Erwin und hat für jede Zielgruppe die passenden Empfehlungen parat:
Familienurlaub am See: Der weitläufige Garten mit eigenem Kinderspielplatz ist ein Paradies für die Kleinen, während die Eltern am Holzkohlengrill entspannen. Das absolute Highlight: Der private Badeplatz ist nur eine Minute entfernt – perfekt für einen unbeschwerten Badetag ohne lange Wege.
Wandern & Gipfelsiege: Für Bergfreunde ist der Schafberg ein Muss. Als einer der schönsten Aussichtspunkte Österreichs bietet er einen Panoramablick, der Wanderherzen höherschlagen lässt.
Radfahren & Naturgenuss: Ob gemütliches Genussradeln um den See oder sportliche Touren – die Wege starten direkt vor der Haustür.
Gastgeber Geheimtipp: Für eine entspannte Familienwanderung empfiehlt Erwin die Runde um den nahegelegenen Fuschlsee. „Es ist eine wunderschöne Tour, die man ideal mit einer gemütlichen Kaffeepause verbinden kann“, verrät er.
Wo der Gastgeber selbst zur Ruhe kommt
Trotz der vielen Arbeit findet Erwin Zeit für seine eigenen Lieblingsplätze. „Mein Favorit am Anwesen ist unser Garten mit diesem traumhaften Ausblick. Aber ich bin auch wahnsinnig gerne am Badeplatz. Ich bin zwar nicht der Typ, der stundenlang badet, aber diese Minute zum Wasser nutze ich oft für einen kurzen ‚Sprung ins Glück‘.“
Fazit: Nachhaltigkeit als Mehrwert Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert sein. „Man muss sich die Mühe machen, sich inhaltlich mit dem Thema zu beschäftigen“, rät Erwin. Ob durch Eigenleistung beim PV-Bau oder pragmatische Lösungen wie das Verwenden von ungeöffneten Lebensmitteln, die Gäste im Kühlschrank hinterlassen: „Wir werfen nichts weg. Was noch gut ist, nutzen wir privat. Das ist respektvoller Umgang mit Ressourcen.“
Weiterführende Links:
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Weitere Blogartikel anzeigenDieser Artikel wurde verfasst von Sybille Walz, 24. Februar 2026
Quellenangaben zu den Fotos Foto: Erwin Weber / eigene Aufnahme, zur Verfügung gestellt durch Erwin Weber
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